| Fledermauskundliche
Arbeitsgemeinschaft Per Albin Hanssonstraße 2 A-1100 Wien Mobil: 0664 / 50 32 127 e-mail: fledermaus@waldkatze.at http://www.fledermaus.waldkatze.at |
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FLEDERMÄUSE
Anna
Baar & Walter Pölz
Der vorliegende Artikel stützt sich zwar auf Beobachtungen, Erfahrungen und Daten die über Jahre von Mitgliedern der Fledermauskundlichen Arbeitsgemeinschaft gesammelt wurden, er ist aber nicht als wissenschaftliche Veröffentlichung gedacht, sondern soll vielmehr jenen, die am Geschehen in unserer Natur interessiert sind, die Möglichkeit geben, die Welt einer hoch interessanten aber bedrohten Tiergattung kennenzulernen, solange dies noch möglich ist. Aus diesem Grund wurde auf Literaturverweise innerhalb des Textes, sowie auf eine streng systematische Gliederung bewußt verzichtet (die Wissenschaft möge es verzeihen). Die angeschlossene Literaturliste ist eine Auswahl anschaulich gestalteter Veröffentlichungen und soll dem Interessierten weiterhelfen Einblick in die Erforschung und den Schutz der Fledermäuse zu gewinnen.
Das
Erwachen der Fledermäuse
Die
Zeit der eiskalten Winternächte ist vorüber, und erste Blüten auf den vom
Schnee gezeichneten Wiesen kündigen den Frühling an, und um die Laternen kann
man abends bereits einige Insekten beobachten. Nun ist auch für ein kleines,
harmloses und dennoch berüchtigtes Säugetier die Zeit gekommen, sein schützendes
Versteck zu verlassen und sich auf den gefahrvollen Weg durch das nächste Jahr
zu machen.
Die
Fledermaus
Die
letzten Monate hat sie von ihrem im Herbst gesammelten Fettvorrat gelebt. Dazu
mußte sie ihre Körpertemperatur bis auf wenige Grade über null absenken. Ihr
Herz, das normalerweise mit 400 Schlägen pro Minute das Blut durch die Adern
treibt, schlug nur 20 Mal in der Minute und sie atmete jede Stunde nur einmal.
In diesem Zustand ist das sonst so flinke Tier völlig schutzlos. Es dauert etwa
30 Minuten bis die Fledermaus wieder genügend Leben in ihren Körper gepumpt
hat um sich einer drohenden Gefahr zu entziehen. Die dazu notwendige Energie
holt sie sich von ihren sorgsam verwalteten Fettreserven - eine Schuld deren
Preis am Ende des Winters zu zahlen ist.
Mehrmalige
Störungen während des Winterschlafes können dazu führen, daß die
Fettreserven vor dem Frühjahr verbraucht sind. Kann die Fledermaus nicht genügend
Energie aufbringen um aus dem Tiefschlaf zu erwachen und neue Energie durch
Insektenjagd zu sammeln, so ist sie unwiderruflich zum Sterben verurteilt. Der
Aufwachvorgang wird auch eingeleitet, wenn die Umgebungstemperatur nicht den
vorausgesetzten Anforderungen entspricht. Die meisten heimischen Fledermäuse
benötigen eine Temperatur zwischen 0 und +10°C um ungestört überwintern zu können.
Unkontrollierter Höhlentourismus, Aktivitäten leichtsinniger Jugendlicher
bishin zur bewußten Vernichtung schlafender Tiere, sowie die Zerstörung
geeigneter Winterquartiere stellen eine gewaltige Störung dar und kosten vielen
Tieren das Leben. Das Vergittern von Naturhöhlen oder die Kontrolle durch Überwachungsorgane
verkörpern zwar nicht das Prinzip von Natur und Freiheit, sind aber oftmals der
einzige Weg, um rücksichtsloser Zerstörung Einhalt zu gebieten. Ist der
Winterschlaf überstanden, beginnt die nächtliche Insektenjagd.
Neben
einem Flugapparat, der die Fledermäuse zu einer eigenen Ordnung unter den Säugetieren
macht, den sogenannten Handflüglern (Chiroptera), besitzen alle heimischen
Arten ein hochentwickeltes Echo-Orientierungs-System. Je nach Art werden durch
Maul oder Nase hohe Ultraschallaute mit Frequenzen zwischen 15 kHz und 115 kHz,
das menschliche Hörvermögen endet oberhalb von etwa 15 kHz, ausgestoßen. Die
reflektierten Echos empfängt die Fledermaus mit ihren Ohren und kann sich damit
sowohl ein räumliches Bild ihrer Umgebung machen, als auch die
Bewegungsrichtung, Geschwindigkeit und Art ihrer Beute feststellen. Entgegen
einer weitverbreiteten Meinung sind Fledermäuse nicht blind, sie besitzen
sowohl einen mittelmäßig ausgeprägten Gesichtssinn, welcher in der Dämmerung
dem des Menschen überlegen ist, als auch einen guten Geruchssinn.
Dennoch
kann es vorkommen, daß sich eine Fledermaus sozusagen im "Blindflug"
fortbewegt. Ist die Fledermaus in ihrer gewohnten Umgebung (Dachboden, Höhle,
etc.), so findet sie auf Grund ihres besonderen Ortsgedächtnisses mit wenigen
Orientierungspunkten das Auslangen. Befindet sich plötzlich ein Hindernis, z.B.
ein neugieriger Mensch, in der Flugbahn, so kommt es zur Kollision. Vielleicht
ist auf diese Weise die hartnäckige aber vollkommen unbegründete Meinung
entstanden, Fledermäuse würden den Menschen in die Haare fliegen.
Die
Wochenstuben
Im
Frühsommer sammeln sich die Weibchen der Fledermäuse in sogenannten
Wochenstuben. Das sind Gemeinschaften von einigen wenigen bishin zu hunderten
Fledermausweibchen, die während der Sommermonate an besonders geeigneten Orten
Quartier beziehen um gemeinsam ihre Jungen zur Welt zu bringen und aufzuziehen.
Solche Orte (Dachböden, Nistkästen, Baumhöhlen, etc.) stellen die wichtigste
Grundlage für den Fortbestand der Fledermausarten dar und verdienen größtmöglichen
Schutz, zumal die Weibchen mit ihren Jungen kaum einer Störung ausweichen können.
Da in einer Wochenstube die meisten Weibchen eines Gebietes mitsamt der nächsten
Generation versammelt sind, würde ihre Vernichtung einen substantiellen Schaden
an der gesamten Art anrichten. Derartige Fälle sind traurigerweise aus der jüngeren
Vergangenheit bekannt. Die Tragzeit der heimischen Fledermausarten beträgt
zwischen 4 und 8 Wochen. Der genaue Befruchtungszeitpunkt ist mit
konventionellen Mitteln nicht feststellbar, da die Weibchen den Samen während
des Winterschlafs speichern und erst im Frühjahr die Befruchtung einleiten.
Jedes Fledermausweibchen bringt pro Jahr nur ein Junges zur Welt, wenige Arten
in kalten Gebieten auch zwei. Das ist sehr wenig wenn man bedenkt, daß eine gewöhnliche
Hausmaus im Extremfall bis zu 100 Junge pro Jahr werfen kann. Zwar konnte man
durch Beringungsversuche feststellen, daß Fledermäuse bis zu 30 Jahre alt
werden können, die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt jedoch nur 3
Jahre. Hohe Jungensterblichkeit und massive Ausfälle während des ersten
Winters sind die Ursache für dieses recht eigenartige Ergebnis. Bereits die
Logik sagt uns, daß, wenn die Lebenserwartung durch vom Menschen verursachte
Einflüsse weiter herabgesetzt wird, es bei der geringen Nachwuchszahl zu einem
Populationsrückgang kommen muß.
Seit
mehr als 50 Millionen Jahren gibt es Fledermäuse auf der Erde. Bis heute haben
sich weltweit etwa tausend verschiedene Arten entwickelt, 27 davon kommen in Österreich
vor. Alle heimischen Arten ernähren sich ausschließlich von Insekten und das
nicht zu knapp. Die Menge an Insekten, die eine Fledermaus jede Nacht erbeuten
muß, um genügend Kraft zu sammeln, wiegt etwa ein Drittel ihres eigenen Körpergewichtes.
Es ist durchaus angebracht die Fledermäuse als nützliche Insektenvertilger zu
bezeichnen. Aber genau das wird den Tieren zum Verhängnis. Durch Pestizide und
andere Agrochemikalien werden die als Nahrung dienenden Insekten sowohl
dezimiert als auch mit Giftstoffen belastet, die von den insektenfressenden
Fledermäusen aufgenommen und angesammelt werden. Jungensterblichkeit, Sterilität
und Krankheitsanfälligkeit bishin zum Tod sind die Folge. Hinzu kommen die
Belastungen durch Holzschutzmittel in den Quartieren und die allgemein ständig
schlechter werdende Umweltsituation.
Der
Mensch
Im
Laufe der Jahrhunderte haben unsere Fledermäuse Gefallen an manchen von
Menschenhand geschaffenen Einrichtungen gefunden. So sind Straßenlaternen mit
ihren Insektenschwärmen ein beliebtes Jagdbiotop, Kellerräume dienen als
Winterquartier und Dachböden als Sommerresidenz oder sogar als Platz für eine
Wochenstube. Auch Holzverschalungen und Hohlblocksteine sind bei den Fledermäusen
als Unterkunft sehr beliebt.
Ganz
im Gegensatz dazu sind von altersher die Menschen in unserem Kulturkreis ganz
und gar nicht von der Existenz der Fledermäuse begeistert. Die nachtaktive
Lebensweise und ihre geschickten Flugkünste reichten aus, um sie als dämonische
Wesen zu betrachten, die man allenfalls dazu verwenden könne, sie als
Abwehrzauber an die Türe zu nageln. Horrorgeschichten von blutrünstigen
Vampiren, die in Gestalt einer Fledermaus auf Beutezug gehen, entstanden
offenbar durch die Vermischung geschichtlicher Ereignisse um grausame
Herrschergeschlechter und der Entdeckung der einzigen Fledermausgattung, die
sich vom Blut anderer Säugetiere ernährt - der Vampirfledermäuse. Das
Vorkommen dieser Fledermäuse ist ausschließlich auf Lateinamerika beschränkt.
Anerzogene Vorurteile, Ignoranz und die Angst den eigenen Lebensraum mit anderen
Geschöpfen teilen zu müssen, dominieren auch heute noch in der Beziehung des
Menschen zur Fledermaus.
Kaum
ist das alte Feindbild von der blutsaugenden, haarverfangendenen Kreatur
beiseite gelegt, tritt auch schon ein altbekanntes Prinzip zutage: "Die
Fledermäuse sind ja liebe Tiere, solange sie in meines Nachbarn Haus
wohnen". Also werden alle Ritzen vernagelt, Fenster vergittert und Türen
verschlossen, damit die lieben Tiere draußen bleiben. "Man weiß ja nie,
womöglich verbreiten sie gar bösartige Seuchen oder schaden dem teuren Dach,
Mist machen sie jedenfalls". Und so feiert die Mär von der gefährlichen
Fledermaus fröhliche Urständ, aufgeklärt und sachlich versteht sich. Mehr als
die Hälfte der in unseren Breiten lebenden Fledermausarten sind auf Quartiere
in oder an Gebäuden angewiesen, lediglich einige der heimischen Arten führen
ein mehr oder weniger vom Menschen unabhängiges Dasein. Hohe Anpassungsfähigkeit
einerseits und immer enger werdender Lebensraum andererseits, haben die
Fledermaus zum Kulturfolger gemacht, und zwar zu einem nützlichen.
Auch
jene Arten, die die Nähe des Menschen meiden und ihr Quartier in Baumhöhlen
suchen, haben kein leichtes Dasein. In den weitläufigen sorgsam durchforsteten
Monokulturen sind kaum geeignete Baumhöhlen zu finden. Zur totalen Katastrophe
kommt es jedoch, wenn ein mit überwinternden Fledermäusen besetzter Baum gefällt
wird, und gerade ein mit Höhlen durchsetzter Baum ist ein potentieller Kandidat
dafür. Selbst wenn die Tiere genügend Zeit hätten ihr Quartier zu verlassen,
wäre eine solche Störung für sie früher oder später der sichere Tod. Kaum
ein anderes Säugetier leidet mehr unter den besonderen Eigenschaften der
Gattung Mensch als die Fledermaus.
Alle
heimischen Fledermausarten sind an den Rand des Aussterbens gedrängt und stehen
in allen Bundesländern unter strengstem Schutz. Doch Gesetze können nur den
Weg weisen, die Verantwortung für die Erhaltung unserer Tier- und Pflanzenwelt
tragen wir selbst.
Was
kann getan werden?
Um
zielführende Schutz- und Hilfsmaßnahmen zu finden, erscheint es sinnvoll, die
hauptsächlichen Gefährdungsfaktoren im Einzelnen zu betrachten.
Natürliche
Gefahren
Um
es gleich vorwegzunehmen, die heimischen Fledermäuse besitzen, abgesehen von
einigen harmlosen, artspezifischen Parasiten, keine natürlichen Feinde für die
sie eine regelmäßige Nahrungsquelle darstellen könnten. Zwar kommt es
vereinzelt vor, daß Fledermäuse von Schleiereulen, Schlangen oder kleinen
Raubtieren (Marder etc.) in ihren Quartieren angegriffen werden, aber in einem
intakten Ökosystem stellt ein solches Zusammentreffen keinesfalls eine
Bedrohung der ganzen Art dar.
Auch
problematische Wetterverhältnisse können den Fledermäusen, besonders in der
Wochenstubenzeit zu schaffen machen. Solange das Klima in unseren Breiten aber
stabil bleibt, sollte auch dieser Einfluß keine essentielle Gefahr darstellen.
Vergiftung
und Verknappung von Nahrung und Lebensraum
Eine
sichere Nahrungsversorgung ist die Grundlage jedes Wohlstandes. Ob als
Futtermittel oder Rohstoff für die Lebensmittelindustrie, die Produkte der
Agrarwirtschaft sind die Basis für unsere Nahrungsversorgung und somit unseres
Wohlstandes. Aber erst die Züchtung ertragreicher Getreidesorten, angebaut in
großflächigen Monokulturen zur maschinellen Pflege und Ernte, haben diese
Kapazität an Nahrungsproduktion ermöglicht.
Doch
damit wurden nicht nur Vorteile erkauft. Einseitiger Nährstoffentzug und erhöhter
Bedarf an Aufbaustoffen fordert große Mengen künstlicher Düngemittel und
Wachstumsbeschleuniger. Das größte Problem der Monokulturen sind jedoch
Krankheiten und Schädlinge. Sie fordern den massiven Einsatz von
Agrochemikalien.
Insektizide,
Fungizide, Herbizide, Vertilgungsmittel in allen Formen und Farben, Zusammengefaßt
unter der wohlklingenden Bezeichnung Pflanzenschutzmittel werden in rauhen
Mengen in der Landschaft verteilt und von den dort lebenden Insekten, egal ob
Schädling oder nicht, aufgenommen. Die Vorstellung vom Insektengift, das alles
was da kriecht und fliegt auf der Stelle vernichtet ist selbstverständlich
falsch, der Einsatz eines solchen Mittels wäre ein ökologischer Irrsinn. Nun
sind da aber letztlich die Fledermäuse, die sich von den vergifteten Insekten
ernähren. Wie bereits besprochen sammelt eine Fledermaus beträchtliche Mengen
an Insekten und reichert so ihren Körper mit Giftstoffen an. Am Ende dieser
Kette steht der Nachwuchs, sofern überhaupt noch die Möglichkeit dazu besteht.
Hat
es ein Fledermausweibchen geschafft nicht steril zu werden oder eine Totgeburt
zur Welt zu bringen, so säugt sie ihr Junges nun mit vergifteter Muttermilch.
Das Ergebnis sind große Mengen von Kadavern junger Fledermäuse in den
Kothaufen unter den Wochenstuben. Was mit unserem Wohlstand begann endet nun mit
dem Tod zahlreicher Fledermäuse.
Eine
weitere Belastung stellt die Behandlung des Dachgebälks mit giftigen
Holzschutzmitteln dar. Vor allem die Rückstände halogen- und schwermetallhältiger
Mittel reichern sich im Körper der Fledermaus an.
Aber
was soll nun geschehen? Sollen wir wegen ein paar Fledermäusen auf Fortschritt
und Wohlstand verzichten? Diese Frage gehört näher untersucht. Sind nur
Fledermäuse die Leidtragenden? Als Endglied einer Nahrungskette sind sie von
allen Beteiligten diejenigen, die am stärksten durch Giftstoffe belastet werden
und reagieren dementsprechend empfindlich. So kann gewissermaßen vom Zustand
der Fledermauspopulation unter bestimmten Voraussetzungen auf den Gesamtzustand
der Umwelt geschlossen werden und damit auf unseren eigenen Lebensraum. Die
Fledermäuse wären also nur das erste Opfer. Der Verzicht auf Fortschritt und
Wohlstand zugunsten einer gesunden Umwelt bedarf wohl auch noch einiger vernünftiger
Überlegungen. Wäre es nicht an der Zeit die Fronten von Technokratie und
Profitsucht auf der einen und Alternativwahn oder Bioillusion auf der anderen
Seite aufzubrechen und gemeinsam nach Wegen zu suchen unseren Lebensstandard zu
erhalten oder gar zu verbessern, ohne unseren Lebensraum und damit auch jenen
aller Geschöpfe die uns auf dieser Welt begleiten, zu zerstören.
Zurückhaltender
und vor allem überlegter Einsatz von Agrochemikalien spart nicht nur Geld,
sondern läßt auch den Fledermäusen eine Chance. Die Verwendung möglichst
mindergiftiger Holzschutzmittel für das Dachgebälk, wenn es sich nicht überhaupt
vermeiden läßt, ist nicht nur für Fledermäuse ein Vorteil, sondern trägt
auch zu einem gesünderen Wohnen bei. Die Erhaltung einer strukturierten
Landschaft trotz ökonomischer Nutzflächen stellt für viele Tierarten, so auch
für Fledermäuse, eine Lebensgrundlage dar. Es gibt viele große und kleinere Möglichkeiten
unsere Umweltsituation zu verbessern, wir müssen sie nur nutzen.
Quartiermangel
Wesentlich
konkreter sind jene Maßnahmen, welche dem akuten Mangel an geeigneten Winter-
und Sommerquartieren begegnen sollen. Die wichtigste Maßnahme ist gleichzeitig
die einfachste. Ist ein Fledermausquartier entdeckt, so soll alles unternommen
werden, um Störungen zu vermeiden und das Quartier zu erhalten. Niemand weiß
besser über die Eignung des Quartiers Bescheid, als die Fledermäuse selbst.
Das gilt auch für den Versuch Ersatzquartiere zu bauen, wie etwa Fledermauskästen
oder Überwinterungsstollen. Nur wenn aus der Sicht der Fledermäuse alle
Erfordernisse erfüllt sind besteht eine Besiedelungsmöglichkeit.
Ein
Beispiel hierfür ist das Anbringen von Fledermauskästen. Aus Literaturangaben
ist eine Besiedelungsrate von 10% der Kästen innerhalb von 5 Jahren bekannt. In
einer im nördlichen Niederösterreich eingerichteten 80 Ha großen Versuchsfläche
waren bereits nach einem halben Jahr 54 Fledermäuse, von 5 verschiedenen Arten,
in einem Teil der 88 angebrachten Kästen zu finden. Ein solches Ergebnis zeigt
den, durch intensive und vor allem radikale Bewirtschaftung verursachten Mangel
an geeigneten Baumhöhlen. Eine Vernachlässigung der installierten Kästen hätte
fatale Folgen. Jährlich werden etwa 10-20% der Kästen für die Besiedelung
durch Fledermäuse unbrauchbar. Dies kann durch Windschäden, Baumschnitt,
Vandalismus, Alterung oder durch Verbauung mit verlassenen Vogelnestern
geschehen. Stark verschmutzte Kästen werden ebenfalls von den Fledermäusen
gemieden. Im Herbst 1994 verzeichnete die Fledermauskundliche
Arbeitsgemeinschaft auf allen von ihr betreuten Versuchsflächen einen
durchschnittlichen Ausfall von 70% der Kästen. Viele Stunden freiwilliger
Arbeit waren notwendig um die erforderliche Sanierung durchzuführen.
Bei
allem Eifer sollte nie vergessen werden, daß die Fledermauskästen kein natürliches
Quartier darstellen und nicht dazu verleiten sollten diese als Ersatz für einen
natürlichen Altbaumbestand zu sehen. Das Anbringen von Fledermauskästen stellt
eine wirkungsvolle wenn auch umstrittene Maßnahme dar, erfordert aber eine
regelmäßige Betreuung. Dies sollte bei der Planung von Fledermausschutz oder
‑hilfsprogrammen berücksichtigt werden. Wird eine Versuchsfläche mit
Fledermauskästen bestückt, so ist es ebenfalls ratsam auf eine einfache
Kontroll- und Instandsetzungsmöglichkeit Rücksicht zu nehmen. In der Regel
umfassen die Versuchsflächen 50 - 100 Fledermauskästen, die entlang von
Forstwegen angebracht sind.
Die
Hanghöhe beträgt 3 - 5 m, höhere Kästen werden zwar auch von den Fledermäusen
angenommen, können aber weder kontrolliert noch gereinigt werden. Die
Wetterseite der Bäume sollte man meiden und der Zuflug muß frei von Astwerk
sein. Metallnägel (kein Kupfer!) eignen sich zur Befestigung zwar recht gut, in
Rücksicht auf Forstarbeiten und eventuellen Schäden an Kettensägen, die durch
Metallteile entstehen können, ist es ratsamer die Kästen mit isoliertem Draht
anzubinden oder die im Fachhandel erhältlichen Aluminiumnägel zu verwenden.
Letzteres hat sich als die beste Methode herausgestellt. Ein gutes Einvernehmen
mit Waldbesitzern und Forstarbeitern bringt nicht nur ein angenehmes
Arbeitsklima bei der Versuchsflächenbetreuung, sondern ist die Grundlage für
den Einsatz von Fledermauskästen.
Selbstverständlich
sind nicht nur großangelegte Versuchsflächen eine Hilfe für quartiersuchende
Fledermäuse. Auch einzelne Kästen in Gärten, Schulhöfen oder Parkanlagen
sind ein willkommener Beitrag. Besonders für pädagogische Zwecke ist die
Arbeit mit einzelnen Fledermauskästen interessant. Die
Besiedelungswahrscheinlichkeit ist jedoch wesentlich geringer als bei einer großen
Serie und manchmal muß eben verkraftet werden, daß der eine oder andere, mit
großen Erwartungen gebaute Kasten leer bleibt.
Von
den unzähligen Bauformen für Fledermauskästen hat sich jene des Typs
"Stratmann" bewährt. Die Fledermauskundliche Arbeitsgemeinschaft
verwendet diesen, einfach zu kontrollierenden und servicefreundlichen Kastentyp
seit vielen Jahren mit großem Erfolg. Ein weiterer erfolgreich eingesetzter Typ
ist der im Fachhandel erhältliche Holzbeton Nistkasten, der durch Einsetzen
einer besonderen Vorderwand zum Fledermauskasten gemacht wird. Dieser ist
selbstverständlich etwas teurer als die Eigenbauvariante. Zudem können
Holzbetonkästen bei manchen Arten Schäden an den Krallen verursachen. Die
billigste und dennoch wirkungsvolle Methode ist der Lattenkasten. Zwei 20 - 30
cm lange Holzbretter mit zwischengelegten Ziegellatten. Die Bretter sind so
zusammenzunageln, daß sich eine schmale, unten offene Schachtel ergibt. Die
Fledermäuse fühlen sich darin genauso wohl wie in einer Rindenschuppe, einer
Holzverschalung, einer Giebelblende oder ähnlichen bevorzugten Hangplätzen.
Von
Winterkästen ist abzuraten. Erstens ist kaum jemand im Stand die
Isoliereigenschaften so zu bestimmen, daß genau die erforderlichen Temperaturen
im Inneren eingehalten werden. Zweitens kann ein solcher Kasten für eine ganze
Kolonie zur tödlichen Falle werden. Es wurden Fälle bekannt in denen die aus
Temperaturgründen klein gehaltene Öffnung durch ein verendetes Tier oder ähnliches
verstopft wurde und die restliche Kolonie qualvoll zu Grunde ging.
Jene
Fledermausarten die in Häusern Quartier beziehen sind auf die Toleranz der
menschlichen Hausbewohner angewiesen. Etwas leichter haben es die Fledermäuse
in großen Gebäuden wie Kirchen, Klöstern, Schlössern und ähnlichen
Bauwerken. Auf den weitläufigen, ungenutzten Dachböden stoßen die Tiere eher
auf Akzeptanz. An dieser Stelle soll all jenen Pfarrern, Mesnern, Hauseigentümern,
Schloßbesitzern, Kastellanen oder auf andere Weise Betroffenen, die den Fledermäusen
verständnisvoll gegenüberstehen, aufrichtiger Dank ausgesprochen werden. Ohne
ihr Wohlwollen wäre ein Schutz dieser bedrohten Tierart aussichtslos.
Aber
auch wenn die Fledermäuse nicht auf Ablehnung stoßen, müssen sie erst einmal
an den Ort gelangen, an dem sie Quartier beziehen wollen. Alte
Dachkonstruktionen mit offenen Gaupenfenstern und vielfältigen Zuflugmöglichkeiten
werden häufig im Zuge von Renovierungen dicht verschlossenen und allseitig
vergittert. Neubauten bieten den Fledermäusen kaum Möglichkeiten einen
geeigneten Unterschlupf zu finden. Um den Zuflug zu ermöglichen, können
einzelne Dachziegel durch Belüftungssteine ersetzt werden. Diese gewähren den
Fledermäusen, vorausgesetzt man entfernt das eventuell enthaltene Schutzgitter,
Einlaß. Tauben die den Dachboden oft stark verunreinigen bleiben draußen.
Natürlich
sind auch Fledermäuse nicht stubenrein. Zwar sind einzelne Tiere oft nur vom
Fachmann anhand ihrer Losung zu entdecken, eine große Fledermauskollonie
hinterläßt aber eine ganz beachtliche Menge sogenannten Fledermausguano. Um
den schwarzglänzenden Kothaufen zum Beispiel unter einer Wochenstube, habhaft
zu werden empfiehlt es sich im Frühjahr an dieser Stelle ein großes Stück
Kunststoffolie aufzubreiten. Der gesammelte Guano ist ein hochwirksames, natürliches
Düngemittel für Zimmer- und Gartenpflanzen.
Zuletzt
ist das Angebot an Winterquartieren auf Verbesserungsmöglichkeiten zu
untersuchen. Einige Fledermausarten ziehen hunderte Kilometer um in eine
geeignete Höhle oder ähnliche Objekte zu gelangen. Andere Arten ziehen den
Keller des Hauses vor, dessen Dachboden sie den Sommer über bewohnten.
Besonders die Kurzstreckenwanderer unter den Fledermäusen haben es schwer,
einen Ort zu finden der ihnen sowohl Sommer- als auch Winterquartiere bietet.
Besitzer von großen Haus- oder Weinkellern haben die Möglichkeit, den Fledermäusen
bei der Suche nach einer geeigneten Bleibe für den Winter zu helfen. Das
Offenlassen von ein oder zwei Einflugöffnungen führt nicht zum befürchteten
Frosteintritt, sondern sorgt im Gegenteil für eine ausgeglichene Belüftung.
Keinesfalls sollten Kellerfensterverschlüsse die im Spätherbst angebracht
wurden, bis spät ins Frühjahr belassen werden. Eventuell einquartierte Fledermäuse
wären dadurch verloren.
Der
Schutz natürlicher Höhlen wurde bereits zu Anfang erwähnt. Grundsätzlich
gelten die entsprechenden Gesetze für Naturhöhlen, es ist jedoch sehr schwer
ein ausreichendes Verständnis, vor allem bei Jugendlichen, zu erreichen. Die
Lust am Unbekannten und die romantische Umgebung von Höhlen lassen, angesichts
der erwarteten Abenteuer alle Verbote als reine Willkür erscheinen. Wer denkt
in einer solchen Stimmung schon daran, daß die schlafenden Fledermäuse, die
diesem Ambiente einen zusätzlichen Reiz verleihen, die Opfer dieses Abenteuers
sein werden. Durch den Rauch von Fackeln oder gar Lagerfeuern und das ungewohnte
Treiben in der Höhle erwachen die Tiere aus ihrem energiesparenden Winterschlaf
und verbrauchen wertvolle Reserven. Das Ergebnis wurde bereits beschrieben.
Fälle
von destruktivem Vandalismus sind eher selten, aber dann umso grausamer. So
wurden schwer verbrannte, noch lebende Fledermäuse gefunden, ölbeschmierte
Tiere mit zerfetzten Flughäuten, gesteinigte, erschlagene, und ertränkte Opfer
einer Geisteshaltung der die menschliche Gesellschaft bis zum heutigen Tag nicht
zu entkommen vermag. Ob jugendlicher Leichtsinn oder blinde Zerstörungswut, die
totale Versperrung von Naturhöhlen erscheint nur in wenigen Fällen zielführend,
denn damit werden nur die Symptome und nicht die Krankheit behandelt. Aufklären
statt aussperren, diese Methode ist zwar nicht so effektiv aber umso
nachhaltiger.
Direkte
Bedrohung durch den Menschen
Über
Leichtsinn, Rücksichtslosigkeit und Vandalismus wurde genug berichtet, eine
weitere Facette in der Gewalt gegen Fledermäuse kommt dann zum Vorschein, wenn
eine Fledermauskollonie nicht in das Konzept einer kommerziellen Tätigkeit paßt.
Gesteinsabbau in unmittelbarer Nähe von geschützten Winterquartieren und Zerstörung
derselben, Dach- oder Kellerausbauten mit gleichzeitiger Beseitigung der ohnehin
unerwünschten Fledermäuse, Renovierungsarbeiten, die aus terminlichen Gründen
in die Zeit der Wochenstuben fallen und die bereits erwähnte Holzgewinnung
durch radikales Ausforsten sind Beispiele dafür, daß der Artenschutz genau
dort aufzuhören scheint, wo geschäftliche Interessen anfangen. Es ist jedoch
zu bemerken, daß einige einschlägige Unternehmen bei Kontakt mit Fledermäusen
sofort den Rat von Fachleuten einholen und so bereits mehrmals ein großer ökologischer
Schaden vermieden werden konnte ohne ökonomische Nachteile einzuhandeln. Dieses
beispielhafte Verhalten ist von unschätzbarem Wert für die Erhaltung aller
Tier und Pflanzenarten.
Der direkten Bedrohung steht die direkte Hilfe entgegen. Die Fledermauskundliche Arbeitsgemeinschaft hat sich den Schutz und die Erforschung der heimischen Fledermausfauna zum Ziel gesetzt. Die jahrelange Erfahrung der Arbeitsgemeinschaftsmitglieder, bis hin zur Jungenaufzucht und der Behandlung verletzter Tiere, hat bereits vielen Fledermäusen ein vorzeitiges Ende erspart. Die Fledermauskundliche Arbeitsgemeinschaft ist ein eingetragener Verein, sie besitzt die ausdrückliche Genehmigung zur Haltung von Fledermäusen. Jeder Versuch Fledermäuse als Haustiere zu halten ist strengstens verboten und würde den Tieren erhebliches Leid zufügen, da die Haltung von Fledermäusen nur unter speziellen Voraussetzungen möglich ist und umfangreiche Erfahrung voraussetzt. Für Fragen und Anliegen betreffend Fledermäuse, steht die Fledermauskundliche Arbeitsgemeinschaft gerne jederzeit zur Verfügung. Ebenso besteht ein großes Interesse an Meldungen über Fledermausbeobachtungen, insbesondere auf Dachböden und in Baumhöhlen.
Die
Fledermauskundliche Arbeitsgemeinschaft stellt sich vor
Die
Fledermauskundliche Arbeitsgemeinschaft (FMKAG) entstand 1990 aus Mitgliedern
der Biospeläologischen Arbeitsgemeinschaft, einer Gruppe von Amateuren und
Fachleuten, die sich vor allem mit der Erforschung von höhlenbewohnenden Tieren
und Knochenfunden aus Höhlen beschäftigte. Nach Auflösung dieser
Arbeitsgemeinschaft fand sich ein Großteil der Amateure wieder zusammen, und gründete
die FMKAG. Zwei Jahre später erhielt die FMKAG den Status eines gemeinnützigen
Vereines mit dem Zweck des Schutzes und der Erforschung von Fledermäusen.
Zu
dieser Zeit führte die FMKAG, gemeinsam mit dem Umweltbundesamt eine
Untersuchung des südlichen Burgenlandes durch, deren Ziel die Bewertung des
Umweltzustandes anhand von Fledermäusen war. Aufbauend auf diese Arbeit wurde
bis 1995 das gesamte Burgenland auf seinen Fledermausbestand hin untersucht.
In
Niederösterreich, wo bereits zur Zeit der Biospeläologischen
Arbeitsgemeinschaft Mitarbeiter der heutigen FMKAG mit der fledermauskundlichen
Kartierung des Wald- und Mostviertels beschäftigt waren, wurden die
Untersuchungen auf das Weinviertel ausgedehnt. Bei einer solchen Kartierung
werden möglichst viele, potentielle Fledermausquartiere wie Kirchen, Schlösser,
Höhlen, Keller oder ähnliche Objekte untersucht.
1990
erhielt die FMKAG auch von der Oberösterreichischen Landesregierung den
Auftrag, die Fledermausbestände des Landes zu erfassen. In den folgenden 10
Jahren konnte das gesamte Bundesland untersucht werden. In Wien haben Mitglieder
der FMKAG bereits in früheren lokalen Kartierungprojekten mitgearbeitet, seit
1998 werden auch hier systematische Untersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse
dieser Kartierungen sind eine wichtige Grundlage für Schutz- und Hilfsmaßnahmen.
Neben
den Kartierungsarbeiten betreut die FMKAG eine große Zahl von Fledermauskästen.
Etwa 250 solcher Kästen, verteilt in 4 niederösterreichischen Naturparks müssen
jährlich kontrolliert und gewartet werden. Ebenso führte die FMKAG
Reinigungsaktionen von Kirchendachböden durch, die mit großen
Fortpflanzungskollonien besiedelt sind.
Im
Rahmen eines europäischen Life-Projektes führte die Fledermauskundliche
Arbeitsgemeinschaft im Jahr 2000 im Auftrag der Niederösterreichischen
Landesregierung die fledermauskundliche Kartierung des Wildnisgebietes Ötscher-Dürrenstein
durch, wo sich die letzten Urwaldreste Österreichs befinden.
Eine
der aufwendigsten Arbeiten der FMKAG war der Betrieb einer Pflegestation für
Fledermäuse. Jahr für Jahr werden zahlreiche Fledermäuse gefunden, die
aufgrund von Verletzungen, schlechtem Ernährungszustand oder ähnlichen Gründen
in freier Wildbahn keine Überlebenschance mehr hätten. Weiters werden im Zuge
von notwendigen Forst- oder Bauarbeiten oft ganze Kolonien ihrer Winterquartiere
beraubt. Diese Tiere landen zumeist in der Pflegestation. Das gleiche
passiert mit Fledermauskolonien die durch das Anbringen von Taubennetzen in
Innenhöfen gefangen sind und dort langsam verenden würden. Durch die
Zusammenarbeit mit den qualifizierten Tierärzten der Tierklinik Streberdorf,
der Veterinärmedizinischen Universität Wien und namhaften Natur- und
Tierschutzinstitutionen wie WWF-Österreich und Wiener Tierschutzhaus, kann die
FMKAG für eine rasche Bergung, eine fachgerechte Behandlung und die zielführende
Pflege der Tiere sorgen. Hauptaufgabe der Pflegestation
ist es selbstverständlich möglichst viele Pfleglinge wieder in Freiheit zu
entlassen.
Zweifellos
die wichtigste Aufgabe der FMKAG besteht in der Information und Aufklärung über
die Harmlosigkeit und Nützlichkeit der heimischen Fledermäuse. Diese betrifft
sowohl die erwachsene Bevölkerung als auch Kinder aller Altersstufen. Mehrere
Artikel in einschlägigen Zeitschriften, Vorträge vor verschiedensten Zuhörerschaften,
Radio- und Fernsehinterviews sowie die Mitarbeit bei mehreren Produktionen der
Sendereihe Universum sind Beispiele für die Öffentlichkeitsarbeit der FMKAG.
Die
Kernmannschaft der FMKAG besteht aus Mitarbeitern welche mehr als 30 Jahre
Erfahrung mit Fledermäusen gesammelt haben. Die Mitarbeit in der FMKAG
geschieht auf ehrenamtlicher Basis. Jedes Mitglied übt einen Beruf aus, so daß
die Arbeit mit den Fledermäusen ausschließlich in der Freizeit geschehen kann.
Nicht immer ist dieses Opfer an kostbarer Freizeit mit Freude verbunden.
Subventionen und Spenden sind die einzige Einnahmequelle der FMKAG, was vor
allem die Anschaffung von meist teurem Ausrüstungsmaterial problematisch macht.
Doch das größte Kapital der FMKAG ist die Erfahrung und Einsatzbereitschaft
ihrer Mitglieder. So konnte die FMKAG bis heute ihren Beitrag zur Erhaltung der
heimischen Fledermäuse leisten und wird dies auch in Zukunft tun.
Perspektiven
Der
Rückgang der Fledermäuse in den letzten 50 Jahren ist auf eine Summe von Einflüssen
zurückzuführen die allesamt menschlichen Ursprungs sind. Das traurige Bild das
sich dabei zeigt soll jedoch nicht als unausweichlicher Tribut an unsere
Zivilisation gesehen werden. Seit einiger Zeit hat ein Prozeß eingesetzt, der
immer mehr Menschen erkennen läßt, daß wir genauso nur ein Teil eines Systems
sind dessen Gleichgewicht und Vielfalt die Basis allen Lebens ist. In den
letzten Jahren scheint sich die Fledermauspopulation in manchen Gebieten zu
stabilisieren. Vielleicht hilft gerade jene Anpassungsfähigkeit die den Fledermäusen
die verhängnisvolle Nähe zum Menschen gebracht hat, nun eine Chance zu finden
in dieser Gesellschaft zu überleben. Unsere Aufgabe ist es den Fledermäusen
auf diesem Weg entgegenzukommen.
Literatur
GEBHARD,
J. 1982: Unsere Fledermäuse. Naturhistorisches Museum Basel.
GEBHARD,
J. 1997: Fledermäuse. Birkhäuser Verlag, Basel. ISBN 3-7643-5734-7.
HAFFNER,
M. & STUTZ H.-P.B. 1988: Fledermäuse. Die geheimnisvollen Flugakrobaten.
Kinderbuchverlag Luzern. ISBN 3-276-00067-9.
MAYWALD,
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